Zu Möglichkeiten sozialarbeiterischer Krisenintervention

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  • 12. Januar 2018

Zu Möglichkeiten sozialarbeiterischer Krisenintervention

Herausforderndes Verhalten wird zunehmend von allen Trägern stationärer Wohneinrichtungen als wachsendes Problem in der Arbeit für und mit Menschen mit einer Behinderung benannt. Es stellt sich die Frage, wie diesem erfolgreich begegnet werden kann. Möglichkeiten der methodisch– didaktischen Vorgehensweise auf dem DRK – Autismushof in Ochtrup skizziert der nachfolgende Artikel.

Überblick

Die Betreuung der Menschen mit Autismus – Spektrum – Störungen beginnt im Vorfeld der Aufnahme. Zwischen allen Beteiligten werden alle wesentlichen Informationen ausgetauscht und in einem Erstgespräch erörtert. Auch finden Besuche in der bisherigen Lebenswelt des potentiellen Bewohners statt, die  einen umfassenden Einblick in dessen individuelle Problematik ermöglichen. Anschließend werden spezifische Betreuungs- und Förderprozesse analysiert, die im nachfolgenden Betreuungsprozess ein gemeinsames, aufeinander abgestimmtes Handeln auf dem Hof ermöglichen sollen. Diese Informationen dienen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen als Dokumentations- und Planungshilfe für die Gestaltung des Überganges in die Einrichtung.

Inhaltliche methodisch didaktische Vorgehensweise im Bereich des herausfordernden Verhaltens

Eine weitestgehend rationale und intensive Beobachtung durch das Fachpersonal ist in diesem Zusammenhang von herausragender Bedeutung. Aus der Beobachtung ergeben sich die Besonderheiten mit dem Schwerpunkt, die positiven Eigenschaften zu unterstützen. Hierbei geht es nicht darum herausforderndes Verhalten zu bagatellisieren, sondern vielmehr darum, positive Verhaltensweisen in den Focus zu stellen. Auch gilt weiterhin der Grundsatz,  die Grenzen der Individualität  dort zu ziehen, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird. Es wird ausschließlich auf den Teil der Grenzen verzichtet, der durch pädagogische Ansprüche und Ziele, zusätzlichen Druck erzeugt und eine Betreuungssituation auf Augenhöhe unmöglich macht. Folgende Prinzipien gelten dabei:

  • Nicht alles klären und / oder verstehen zu müssen,
  • Offenheit neue Dinge auszuprobieren ohne immer im Voraus zu wissen ob sie gelingen,
  • Scheitern und Gelingen als Bestandteil eines Lernprozesses zu verstehen,
  • Loslassen, negativer Erfahrungen aus der Vergangenheit,
  • Loslassen von Interpretationen im Bereich des abweichenden Verhaltens.

Durch die Berücksichtigung der v. g. Prinzipien ändert sich die subjektive Betrachtungsweise und setzt anschließend neue Akzente bei der Assistenz und Begleitung von Betroffenen. Es entstehen Vertrauen in die Fähigkeiten und Offenheit/Toleranz auch für ungerade Entwicklungen bzw. abweichende Verhaltensweisen. Dadurch wird defizitorientiertes Handeln vermieden.

In der Begleitung und Assistenz von Menschen mit ASS und bei entsprechend schwerwiegendes abweichendes Verhalten geht es im Wesentlichen um das Sicherstellen von Lebensqualität und zugleich darum, Lebensqualität für diesen Personenkreis erfahrbar zu machen. Im Hinblick auf Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hat das für alle Menschen die gleiche Bedeutung. In der alltäglichen Betreuung werden häufig Einschränkungen in der Wahrnehmungsverarbeitung und/oder Kontrollverlust, als Ursache für herausforderndes Verhalten beschrieben. In der Folge kommt es nicht selten zu aggressiven Verhaltensmuster, die mitunter auch den Betroffenen zugeschrieben werden. So entwickelt sich u.a. eine Eigendynamik von Missverständnissen und abweichendes Verhaltensmuster bei Menschen mit ASS.

Im Hinblick auf die individuelle Anwendung von unterstützenden Maßnahmen aus dem Bereich ressourcenorientierter Handlungsstrategien und/oder der positiven Verhaltensunterstützung auf der Grundlage der Selbstbestimmung, werden Alltagkompetenzen wiederum gefördert und gestärkt. Der Entwicklungsprozess des Einzelnen wird somit nachhaltig positiv beeinflusst.

 

 

 

 

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